Koper / Capodistria: Der Hafen gehört uns – Luka je naša

Die Basisgewerkschaft der Kranfahrer_innen und Hafenarbeiter_innen in Koper hat 390 Mitglieder bei 840 Beschäftigten. Weitere 300 Arbeiter_innen sind bei gleicher Tätigkeit zu weit schlechteren Bedingungen bei Tochterunternehmen beschäftigt: "Es geht nicht um Prekarisierung, sondern um Versklavung", sagt der Syndikalist* Mladen Jovičič.

Die Basisgewerkschaft der Kranfahrer_innen und Hafenarbeiter_innen in Koper hat 390 Mitglieder bei 840 Beschäftigten. Weitere 300 Arbeiter_innen sind bei gleicher Tätigkeit zu weit schlechteren Bedingungen bei Tochterunternehmen beschäftigt: „Es geht nicht um Prekarisierung, sondern um Versklavung“, sagt der Syndikalist* Mladen Jovičič.

„Formuliertes Ziel der jugoslawischen Verfassung war es, die Partei abzuschaffen und den Staat absterben zu lassen. Die Vergesellschaftung der Betriebe war in Jugoslawien bereits Praxis“, schreibt Mara Puškarević in der neuen analyse & kritik (Nr. 618) über vermeintlich „unpolitische Proteste“ in drei Ländern des früheren Jugoslawiens: die Anti-Korruptionsproteste in Mazedonien, Proteste gegen den Ausverkauf Belgrads und die Bildungsproteste in Kroatien.
Ex-YU gerät wieder in den Fokus linker Debatten und Berichterstattung. Die Sommerausgabe der Wildcat (Nr. 100) thematisiert auf zwei Seiten den Juli-Streik der Hafenarbeiter_innen im slowenischen Koper gegen die drohende Privatisierung der Hafenbetriebsgesellschaft Luka Koper AG. In der Luka Koper AG bestimmen im Vorstand und im Aufsichtsrat Mitglieder einer anarchistischen Basisgewerkschaft (Sindikata žerjavistov pomorske dejavnosti v Luki Koper) bei der Bestellung der Geschäftsführung und deren Befugnissen mit. Eine Zerschlagung von Luka Koper, die nicht nur eine Bestrebung der neoliberalen Regierung darstellt, sondern auch auf der Agenda der Europäischen Union zu finden ist, stellt daher auch einen Anschlag auf die betrieblichen Mitbestimmungsmöglichkeiten der Hafen-Arbeiter_innen dar. Weiterlesen

Päng! Eine Geschichte über den ersten isländischen Terroranschlag

See Mývatn im Norden Islands - mý: Mücke, vatn: Wasser

See Mývatn im Norden Islands – mý: Mücke, vatn: Wasser

Rechtfertigt der Zweck die Mittel, wird Grimur Hákonarson gefragt. Rückblickend betrachtet definitiv, antwortet der isländische Regisseur*. Grimur Hákonarson spricht über einen terroristischen Sprengstoffanschlag. Und er steht mit seiner heutigen Einschätzung ganz und gar nicht alleine da. Viele Isländer_innen scheinen sich auf eine, genau diese eine Erzählweise geeinigt zu haben. Das war der erste terroristische Anschlag – und es war gut, dass die Terrorist_innen das gemacht haben, sagen sie.

Mitten in der Woche, in der Nacht vom 25. auf den 26. August 1970, begaben sich einige Männer beim See Mývatn im Norden Islands zu einem Damm am Oberlauf des Flusses Laxá í Aðaldal. Dann zerrissen einige Explosionen die Stille der Nacht.
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Bildungshungrige besetzen in England erfolgreich Bibliothek

Seitdem sich das existenziell bedrohte Bildungsbürger_innentum mehr mit der Montage von Überwachungskameras beschäftigt als mit Fragen des Zugangs zu Bildung, müssen sich autonome Hausbesetzer_innen und Community-Aktivist_innen auch noch dieser wichtigen Agenda annehmen.

Nach fünfmonatiger Besetzung des Bibliotheksgebäudes von Friern Barnet durch Aktivist_innen, Mitgliedern der Londoner Occupy-Bewegung und Stadtteilbewohner_innen gab die rechtskonservativ geführte Stadtregierung von Barnet vergangenen Dienstag  kleinlaut bei.
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Cool grillen in Wien

Dem abgebrannten System neues Leben einhauchen - mit dem Einkaufswagengrill

Dem abgebrannten System neues Leben einhauchen – mit dem Einkaufswagengrill im Ragnarhof

In der Stadt sind nicht mehr viele Orte, denen das Prädikat „etwas Besonderes“ attestiert werden kann. Der verlotterte Ragnarhof in Ottakring zählt ohne Zweifel zu diesen besonderen Orten. Und das seit vielen Jahren. Weiterlesen

Ernest Callenbach 1929-2012

Ökotopia

Ökotopia

Die tödliche Wendung, die einige militante Ökotopianer_innen diesem allgemein akzeptierten Gedankengang gaben, war die Propagierung des Standpunktes, dass eine ökonomische Katastrophe nicht gleichbedeutend  sei mit einer biologischen Katastrophe im Sinne persönlichen Überlebens – und dass insbesondere eine Panik auf dem Finanzsektor sogar zum Guten gewendet werden könne, wenn die neue Nation ihre vorhandenen Ressourcen an Energie, Wissen, Können und Materialien entsprechend den grundlegenden Forderungen eines nationalen Überlebens organisiere. Unter dieser Voraussetzung könne sich sogar ein katastrophaler Abfall des Bruttosozialprodukts (das ihrer Meinung nach ohnehin zu großen Teilen aus überflüssiger Arbeit resultierte) als politisch nützlich erweisen.
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Coops für die Zukunft

Ein Bus von Irizar in Irland

Bus Eireann von Irizar in Irland

Dieses Jahr haben die Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt. Damit soll auf die weltweite Bedeutung dieser nicht profitorientierten Unternehmensform hingewiesen werden.

UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon begründet diese Entscheidung mit der Verbindung von Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung, die die Genossenschaften der internationalen Gemeinschaft vorleben.

Das Genossenschaftswesen in der Welt

Europaweit sind über 150.000 Genossenschaften mit mehr als 120 Millionen Genossenschafter_innen registriert. Während weltweit rund 300 Millionen Personen Aktien besitzen, ist die Zahl der Genossenschafter_innen dreimal so hoch: 1 Milliarde Menschen sind genossenschaftlich organisiert. Besonders stark sind Genossenschaften in Asien verankert. Und so verwundert es nicht, dass das Internationale Jahr 2012 einer Initiative der Mongolei zu verdanken ist. Weiterlesen

Mutter Erde im Ramschladen

Wir und die Frösche brauchen frische Luft

Wir und die Frösche brauchen frische Luft

Anfang des Jahres schien es, als ob „Revolution“ das Wort des Jahres
2011 werden würde. In der Halbzeit stehen die Chancen für den
Mitbewerber „Ramsch“ ganz gut.

Noch um die Jahrtausendwende wurde die Einführung einer neuen europäischen Währung enthusiastisch bejubelt. Einem der stärksten Wirtschaftsräume der Welt verpasste man eine identitätsstiftende gemeinsame Währung. Nie mehr der halsabschneiderische Stopp an der grenzwertigen Geldwechselstube, lautete das schlagende Argument für nationalökonomieferne Bevölkerungsschichten.
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Der Krocha 2010

wikipedia zitiert das Phänomen der Krocha als ein kurzfristiges und
eher lokales. Der langfristige und eher lokale Kracher der
2010-er-Jahre wird der Beteiligungshaushalt.
Es kracht ganz ordentlich im Gebälk der Kommunen. Der kommunistische Kremser Gemeinderat Franz Kral berichtet in seiner Bugetrede von Leistungskürzungen, Abgabenerhöhungen und trotzdem steigendem Schuldenstand.
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Modelle aus der Krise

Mondragon - Humanity at Work

Mondragon – Humanity at Work

Die westliche Gesellschaft steckt in einer Krise, an der sich PolitikerInnen in den letzten Jahrzehnten die Zähne ausbeißen. Traditionelle politische Instrumente greifen nicht mehr. Für den deutschen Philosophen und Soziologen Hans Harms heißt der Weg aus der Krise Partizipation. Teil 1. Weiterlesen