Solidarität mit dem autonomen Zentrum Rog in Ljubljana

Deutsche Übersetzung des öffentliches Statements der Versammlung der Benutzer_innen der autonmen Rog Fabrik

Englische/slowenische Version gibt es hier: http://komunal.org/teksti/343-izjava-uporabnikov-tovarne-rog-the-public-statement-of-the-assembly-of-the-rog-factory-users-in-english-below

Die Frage des Autonomen Zentrums Rog ist eine politische Frage. Nach den Ereignissen von Montag früh ist es in unserem Interesse, ebenso wie im Interesse der Stadt Ljubljana, die Situation zu beruhigen. Im Gegensatz zur Stadtverwaltung haben wir die Situation jedoch voll im Griff. Das Rog ist heute de facto autonomes Gebiet, und wir, die Leute vom Rog, kontrollieren den Einlass. Bislang hatte die Zutrittskontrolle das von der Stadtverwaltung eingesetzte Security-Unternehmen Valina, das nach den brutalen Ausschreitungen von Montag im Rog nicht mehr willkommen ist. Wir schützen den Eingang nun selbst.

Für die Spannungen ist alleine die Stadtverwaltung verantwortlich – sie war es, die uns die bezahlten, gewaltbereiten Securities auf den Hals gehetzt hat. Der Bürgermeister selbst hat auf Gewalt gesetzt, wir reagieren ausschließlich defensiv. Am Montag bewiesen wir, dass wir damit erfolgreich sein können. Bürgermeister Zoran Janković verdreht die Tatsachen, wenn er nun jede Verantwortung für das Vorgehen der Securities ablehnt, die er doch selbst gerufen hatte. Niemand will gegen uns Gewalt anwenden und wir hoffen, Herr Janković weiß das. Jede Willkürmaßnahme, die die Stadtverwaltung setzt, macht uns stärker, und das Schmierentheater vom Montag bestärkt uns in unserem Aktivismus. Die Bewegung ist quicklebendig und gut organisiert; neue und organisierte Strukturen wurden geschaffen, die von mehr als hundert Einzelpersonen unterstützt werden. Wir sind auf neue Überfälle auf unsere Community vorbereitet und wir sind überzeugt, wir werden sie erfolgreich abwehren können.

 

Wir bestehen weiter auf den Dialog, der uns bislang verweigert wurde, während die Stadtverwaltung nur auf ihrem zerstörerischen Ultimatum beharrt und ihr Gentrifizierungsprojekt weiter fortsetzt. Das ist inakzeptabel. Die Möglichkeit eines Dialogs besteht nur, wenn es auch Spielraum gibt, was bedeutet, dass sich die Stadtverwaltung von ihrem geplanten Projekt zurückzieht. Wenn sie weiter darauf besteht, dann ist alles beschlossene Sache, die in Kauf nimmt, dass es uns nicht mehr geben wird. Der Dialog kann beginnen, wenn die Stadt ihre Verhandlungspartnerin akzeptiert, nämlich die Versammlung der Benutzer_innen der autonomen Rog Fabrik. Die Versammlung ist die einzige autorisierte Verhandlungspartnerin, weil sie als einzige das autonome Areal der Rog Fabrik kontrolliert und die Macht hat, die gespannte Situation zu deeskalieren.

Unser Forderungen sind klar. Die Stadtverwaltung muss die Abrissarbeiten sofort stoppen und die Pläne für das neue Rog Center verwerfen. Wenn diese grundlegende Forderung, von der wir nicht abrücken werden, nicht anerkannt wird, kann alles geschehen. Wir wollen eine kooperative Beziehung zur Stadt. Die Rog-Fabrik hat enormes Potenzial, und die Förderung dieses Potenzials liegt im öffentlichen Interesse, am wichtigsten aber: Es liegt im Interesse der Stadt selbst. Bestimmte Inhalte, die die Stadt im Rog Center umgesetzt sehen möchte, verwirklichen wir längst, und in den letzten Jahren haben wir neue Benutzer_innen intensiv eingebunden und neue Räume geschaffen. Wir schlagen der Stadt Ljubljana stattdessen vor, für ihre Pläne seit Jahren leer stehende ehemalige Squats wie etwa die Cukrarna Fabrik zu nutzen, die zusehends verfällt. Wir werden weiter die Prinzipien unserer Praxis verteidigen, die das Rog zu einem einzigartigen und unverzichtbaren Ort informeller sozialer, kultureller und politischer Produktion macht, die das Miteinander ganz unterschiedlicher Nutzer_innen und Experimente an Schnittstellen von Aktivitäten ermöglicht, die auf den ersten Blick fremd oder inkompatibel scheinen.

Wir fordern die Stadtverwaltung auf nachzudenken, wie viele Knochen noch gebrochen werden sollen, um das Ego des Bürgermeisters zu befriedigen. Wie weit sind sie bereit zu gehen, um die Interessen des Kapitals zu stillen? Wir verlangen, einen öffentlichen Raum für echten Dialog zu eröffnen, anstatt den Weg der Gewalt zu beschreiten. Wir hoffen auf die Einsicht der Stadtverwaltung und das Vermeiden künftiger Gewaltanwendung. Ihr findet uns in der autonomen Fabrik Rog. Wir sind zu Gesprächen mit allen bereit, aber erwartet nicht von uns, unserem eigenen Untergang zuzustimmen.

Die Versammlung der Benutzer_innen der autonomen Fabrik ROG

Für mehr Infos folgt https://twitter.com/KomunalMedia

Das autonome Zentrum Rog in Ljubljana ist akut von der Räumung bedroht. phone +386 51600601

Das autonome Zentrum Rog in Ljubljana ist akut von der Räumung bedroht. phone +386 51600601