Aktuelle Besetzungen in Wien

Hier stand eben noch ein Haus. Gentrifizierung in Wien

Hier stand eben noch ein Haus. Gentrifizierung in Wien

In Wien, der gemütlichsten aller Provinzstädte der Welt, finden derzeit zwei Besetzungen statt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In der Strozzigassse wird von einer feministischen Gruppe ein Haus in Citynähe besetzt gehalten. Am Drygalskiweg, unweit vom Gentrifizierungshotspot Alte Donau, findet eine Landbesetzung statt.

Beide Besetzungen brauchen Unterstützung.

Die Folgen des Versagens der Politik und die Vernichtung öffentlicher Gelder zur ‚Bankenrettung‘ (bislang an die 5 Milliarden, mit Option zur Vervielfachung) sind spürbar, der konkrete Widerstand gegen diesen Raubzug manifestiert sich zunehmend auch im Kern der Eurozone.

Was notiert dazu die Wirtschaftswissenschaft: „Dort wo bisher ein Politikversagen festzustellen war, war die Gesellschaft in ihrer Kreativität gefordert. Oft waren es völlig neuartige Handlungsstrategien, die betroffene Menschen entwickelten, wenn das für Wohnzwecke zur Verfügung stehende Umfeld knapp wurde. Mit der Besetzung von

Treibstoff, der Film zum Wagenplatz

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Gebäuden protestieren Aktivisten und Aktivistinnen bis heute gegen die Demolierung von preiswertem Wohnraum und sie prangern die Leerstände in Bauwerken an. In zahlreichen europäischen Ländern ist es den Hausbesetzern und -besetzerinnen mittlerweile gelungen, den Entzug von erschwinglichem Wohnraum aus dem Marktgeschehen zumindest zu bremsen; oft gelang sogar eine nachträgliche Legalisierung der Aktionen. Auch eine bisher nur in den Ländern der Peripherie beobachtbare Strategie zur Sicherung des Lebensraumes tritt zunehmend häufiger in den industriell fortgeschrittenen Staaten in Erscheinung: die Landbesetzung. Auf unbesiedelten Flächen, in Baulücken entstehen kleine Siedlungen aus Wohnwägen und ähnlichen Gefährten. Die Errichter_innen dieser Siedlungen, hauptsächlich junge Menschen aus dem Autonomen-Bereich, sind dem ordnungspolizeilichen Zugriff allerdings noch stärker ausgesetzt als die Hausbesetzer_innenszene.“

Diese Feststellung von Gerhard Senft in ‚Land und Freiheit‘, vor kurzem bei Promedia erschienen, wirkt angesichts aktueller sozialer Zerstörungsvorgänge in Europa leider ziemlich angegraut. In Deutschland werden unerbittlich die letzten erkämpften Freiräume  geräumt. Gleichzeitig werden immer mehr Menschen aus ihren angemieteten Wohnungen mit riesigem Polizeiaufgebot vertrieben. Nein, nicht weit weg in Spanien, sondern gleich nebenan.

Links:
Pressekonferenz: Landgrabbing auch in Wien? Wohnfonds droht SoliLa! mit Räumung des besetzten Stück Lands.

Feministische Hausbesetzung in #wien, Strozzigasse 39, only FLIT*/keine Männer! Kuchen & Freundinnen* mitbringen!