Wir Cybertarians *

Cybertarians* bei der Arbeit

Cybertarians* bei der Arbeit

Wir sind die Partei der Arbeit, rollplakatiert vor dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, die Wiener SPÖ. Noch nie schien ein Slogan so inhaltsleer zu sein. Und nicht nur, weil sich die Sozialdemokratie rapide fortschreitend sinnentleert.

Der 1. Mai ist das Fest der Arbeiter_innenbewegung. Genauer: Der organisierten Industriearbeiter. Der 1. Mai ist kein Festtag der Schwarzarbeiter_innen, kein Festtag der im formellen oder informellen Care-Bereich arbeitenden Frauen*, kein Festtag für die wachsende Zahl der entrechteten, prekären und ausgeschlossenen Menschen.
Der 1. Mai ist auch kein Feiertag der Cybertarians*, der Selbstausbeutenden, die sich ihrer Ausbeutung nicht einmal bewusst sind.

Cybertarians* sind eine der Folgen der radikalen Kommodifizierung. Jeder Bereich der Gesellschaft wird zu Ware, die in Geld bewertet wird. Cybertarians* sind das Ergebnis einer stillen Übereinkunft, einer geschmeidigen Transformation des Systems, des Auswechselns von Paradigmen und der Inwertsetzung von Gratisarbeit, von Arbeit, die keinen (Mehr)Wert bringt und angeblich Innovativem, des Ausstiegs einer dienstleistenden häuslichen Wirtschaft in eine Wirtschaft des aufgewendeten Outsourcings, der zugekauften Servicierung und der – wiederum – Umwandlung ebendieser externalisierten Dienstleistungen in Waren.

Cybertarians* sind gleichzeitig Teil und Phänomen dieses Prozesses, Cybertarians* sind wir alle, wir die bereitwillig unbezahlte Dienstleistungen erbringen. It’s smart. It’s capitalism.
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Ich bin bergextrem

Bergextremismist_innen wollen keinen Kies, sie wollen das ganze Schotterwerk

Bergextremist_innen wollen keinen Kies, sie wollen das ganze Schotterwerk

Wer mich kennt weiß, das anödende Mittelmaß ist mein Ding nicht. Grenzen niederreißen, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet, Untiefen erforschen, wenn andere die Brücke wählen, in unbekannte Räume vordringen, wenn viele die Entscheidung zur Umkehr treffen würden, wurde mir in die zartrosa und blau blümchenbemalte Wiege gelegt.
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Zu den Protesten gegen den Abschiebeflug vom 11. April 2013

Kundgebung Stop Deportation, Wien 11. April 2013

Kundgebung Stop Deportation, Wien 11. April 2013

Auch wenn die breite Öffentlichkeit die dunkle Seite der nördlichen Hemisphäre verdrängt: Abschiebungen von Menschen finden statt. Was die derzeit noch reichen Länder noch weniger gerne wahrhaben wollen: Proteste gegen die Abschiebung von Menschen in eine ungewisse Zukunft finden ebenso statt.

Diesen Protesten wird mit allen Mitteln, die dem Staat zur Verfügung stehen, begegnet.

Am 11. April 2013 war wieder so ein Tag. Vom Flughafen Wien-Schwechat, der sich zur bereitwilligen Drehscheibe europäischer Abschiebeflüge empor arbeitete, wurden vermutlich mehr als 30 Abschiebeopfer deportiert. So genau weiß das in einer Demokratie niemand.
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Aufgeblasene Wiener Schöpfungsgeschichten

Gentrifizierung, weil Armut nicht schmücken kann?

Gentrifizierung, weil Armut nicht schmücken kann?

Der geplatzte Traum der Eurozone ebnet den Weg in viele neue Blasen. Rohstoffblasen, Nahrungsmittelblasen, Bitcoinblasen oder Immobilienblasen, Organhandelblasen, Blasenblasen.

Wien kennt nicht Barcelona. Und so probiert man es in dieser reichlich naiven Stadt mit einer Immobilienblase. Einer so großen, dass das Prophezeiungsunternehmen Standard & Arme davor warnt.
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Stop Deportation. Wien 2013

Stop Deportation - Polizei kesselt Aktivist_innen gegen eine Frontexabschiebung

Stop Deportation – Polizei kesselt Aktivist_innen gegen eine Frontexabschiebung

Wien wurde gestern Schauplatz eines mehr als unverhältnismäßigen Polizeieinsatzes. Friedliche Aktivist_innen wurden wegen verbaler Proteste traktiert und abgeführt.

Wien, das willfährig zur europäischen Drehscheibe von Abschiebungen avancierte, macht sich der Komplizenschaft einer inhumanen europäischen Deportationspraxis mitschuldig.
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Robin Bank – Yet another Bankräuber*

Gedenktafel an den Anarchosyndikalisten* Salvador Seguí i Rubinat, der vor 90 Jahren von Schergen carlistischer Arbeitgeber* in Barcelona erschossen wurde.

Gedenktafel an den Anarchosyndikalisten* Salvador Seguí i Rubinat, der vor 90 Jahren von Schergen carlistischer Arbeitgeber* in Barcelona erschossen wurde.

Das war so nicht geplant. Als uebersmeer gestartet wurde, bestand keine Absicht, sich den schnöden Dingen dieser Welt zu widmen. Viel Mehr: Mit Ironie Übers Mehr. Mit Sarkasmus Wem gehört das Mehr, mit Zynismus Wie entsteht das Mehr, mit Nihilismus Gegen das Mehr und mit ungläubigem Messianismus das Mehr einkochend, abschöpfend, verdickend, reduzierend. Das Ende der tugendhaften Bescheidenheit würde mit Osterglocken eingeläutet werden. Lasst tausend Märzenbecher blühen.

Wie so oft im Leben ereilt eine_n der Strich, Schlussstrich, Teilungsstrich, Durchstrich und sagt blöde: Ätsch.

Gut, sage ich, dann eben eine Episode mehr. Hier die Geschichte von Robin Bank – Yet another Bankräuber*.
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