In Erinnerung

In Erwägung, dass vier Menschen vor hundert Jahren von der Habsburger
Monarchie ermordet wurden, weil sie in ihrer existenziellen Not auf die
Straße gingen, wollen wir ihrer Gedenken.

Memorial Märzrevolution 1848, Märzpark Wien

Memorial Märzrevolution 1848, Märzpark Wien

Otto Brötzenberger, Franz Joachimsthaler, Leopold Lechner und Franz Wögerbauer, vier junge Arbeiter starben durch Kugeln und Bajonettstiche durch Militärs „Ihrer Majestät Franz Joseph I.“ Ein weiterer, nicht namentlich Bekannter, nahm sich in der kaiserlichen Untersuchungshaft das Leben. 488 Verhaftungen, 283 Verurteilte, 126 schwerletzte Demonstrant_innen sind die historischen Daten menschlicher Schicksale, die von den Hungerriots in Ottakring am Sonntag, dem 17. September 1911 überliefert sind.

Die vier Arbeiter waren die ersten politischen Todesopfer seit der Märzrevolution von 1848.

Werner Bundschuh schreibt dazu: „Hunger und Not trieben vor allem junge Hilfsarbeiter, Frauen und Kinder auf die Straße. Diese Hungerrevolte im September 1911 war ein Ausdruck der tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise in der Habsburger Monarchie am Vorabend des Ersten Weltkrieges.

Die herrschende Wohnungsnot, die Enttäuschung weiter Teile der Arbeiter_innenschaft über die mangelnde Bereitschaft des ‚Volksparlamentes‘, energische Maßnahmen gegen die bestehenden sozialen Verhältnisse zu ergreifen und die anhaltende Lebensmittelteuerung führten zu den spontanen Unruhen.“

Am 17. September 2011, hundert Jahre nach der Wiener Hungerrevolte, wollen wir Otto Brötzenberger, Franz Joachimsthaler, Leopold Lechner und Franz Wögerbauer gedenken und ihren sozialen Kampf und Einsatz für ein menschwürdiges Leben für alle würdigen.

Ort: Wien am Yppenplatz, genaue Zeit wird hier bekannt gemacht.
Zeit: 17. September 2011

Links:
http://17september.noblogs.org/
http://www.malingesellschaft.at/texte/geschichte-19.-20.-jh/werner-bundschuh-3