Lost Railway in Venedig

Ich fahre leidenschaftlich gerne Bahn.
Ganz leicht nur neigt er sich in die Kurve. Ein Übersteuern? Vielleicht Einbildung. Mein linker Arm wird an die Lehne gepresst, wir machen Geschwindigkeit mit einzigartiger Leichtigkeit. Der Motor läuft kraftvoll und kultiviert, das Fahrwerk eine perfekte Harmonie von Vergnügen und Komfort. Seine Fahrt kennt kein Ende und kein Ziel. Adagio, andante, andantino, presto bitte! Jetzt braucht es Kraftwerk. Autobahn und Scheffenbichler. Vierter Gang, fünfter Gang, er hat leichtes Spiel. Im aufgeräumten Cockpit, mit keiner Spur von billigem Plastik, schweifen meine Augen. Wo ist das Audiogerät? Keine Tasten, Regler, Knöpfe auf der edelholzfurnierten Armatur. Gibt es in diesem Zug kein Autoradio? Weiterlesen

Das Schlachtfeld der Ungleichheit

Wenn der starke Staat ist schlank.

Nach Göran Therborn, Soziologe an der Cambridge University, gibt es wenigstens drei vollkommen unterschiedliche Gründe für Ungleichheit:

  • Die Ungleichheit von Gesundheit und Tod, die vitale Ungleichheit. Kindersterblichkeit im Norden und in den Ländern des Südens. Die Lebenserwartung von Menschen mit hohem sozialem Status und Menschen mit niedrigem. Vitale Ungleichheit kann leicht gemessen werden an Hand von Statistiken über Lebenserwartung und Überlebensraten.
  • Existenzielle Ungleichheit: diese betrifft das Individuum persönlich. Diese Ungleichheit schränkt die Handlungsfelder bestimmter Personen, z. B. von Frauen in öffentlichen Räumen.ein. Sie bedeutet Mangel oder Fehlen von Respekt und Anerkennung, z. B. von Frauen in patriacharchalen Gesellschaften, indigenen Gruppen in den Amerikas, armen ImmigrantInnen, schwarzen und farbigen Menschen. Inexistenzielle Ungleichheit tritt nicht zwingend offen auf, sondern wirkt effizient durch die Herausbildung subtiler sozialer Hierarchien.
  • Die dritte Form der Ungleichheit ist die der materiellen oder Ressourcen-Ungleichheit. Sie tritt dann auf, wenn menschliche AkteurInnen sehr unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung haben. Zwei Aspekte verdienen dabei Beachtung: Der Zugang zu Bildung, zu Berufskarrieren, zu sozialen Kontakten, dem sozialen Kapital, das auch als Chancen-Ungleichheit bezeichnet wird. Der zweite Aspekt ist die Ungleichheit der Belohnung oder Erfolgs-Ungleichheit. Sie ist ein häufig verwendeter Parameter zur Messung von Ungleichheit: die Verteilung von Einkommen, manchmal auch die Vermögensverteilung.
Das soziale Netz

Das soziale Netz

 

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