Von Liebe und Luxus

LuxusWenn Werte nichts mehr wert sind. Wenn Werte als Verluste dargestellt werden. Dann zählen wieder die Werte.
Franz Schuh prägte in einem Interview mit dem „Standard“ den ebenso treffenden wie wenig charmanten Begriff des Luxuspöbels.LuxusDem Armutspöbel begegnet dieser soziale Typus selten in der U-Bahn, oft aber im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Staat ein guter Unternehmer sein kann. Der Beweis, dass der Unternehmer ein guter Staat sein kann, wurde bislang weder erbracht noch von irgendwem gefordert.

LuxusMöglicherweise auch daher schlittern wir ungebremst in eine Epoche des „guten Patriarchen“. Ein Mitglied der Porsche-Familie betreibt altruistisch eine Waldorf-Schule. Bill Gates verschenkt Windows-PCs in armen Ländern. Und die Familie Swarovski bietet Luxus für „ausnahmslos alle“, wie der Konzernsprecher Markus Lange-Swarovski im heutigen „Standard“ festhält. Dass sich Swarovski die Mühe leisten kann, auf die Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen, ist „ein sozialer Luxus“. Swarovski kündigt heuer 700 MitarbeiterInnen. Dass weitere 4.000 folgen sollen, wird dementiert. Markus Lange-Swarovski im Standard: „Wir agieren anders als börsennotierte Unternehmen.“ Und weiter: „Swarovski als Familienunternehmen hat dagegen den Luxus, rein mitarbeiterorientiert zu agieren, wir müssen keinem Anleger gefallen.“

LuxusWeil Volkswagen keine TV-Station ist, hat sich der Staat rechtzeitig vertschüsst und machte einem Familienunternehmen Platz. Das kolportierte Gerücht, 25.000 geliehene Arbeitskräfte wieder zurück geben zu wollen, wird im „Standard“ dementiert.

Der uneigennützige Versuch des „Standard“, Volkswagen ein wenig unter die Arme zu greifen und die Nachfrage nach einem gebrauchten Volkswagen per Hyperlink unter einem Artikel mit überdurchschnittlicher Nennung von VW anzukurbeln, wird an der Absatzkrise nicht viel ändern.

Gebrauchtwagen

Gebrauchtwagen

LuxusDie Fließbänder von VW werden sich einbremsen müssen. Oder die Eigentümer lassen sich ein paar Gimmicks einfallen. Den 25.000 Leiharbeitern wäre dringend anzuraten, etwas Liebe in den fabriksneuen Volkswagen einfließen zu lassen.

Denn der soziale Luxus ist Swarovski nicht genug. „Wir haben keine Fließbänder. Weltweit geben wir zu unseren Produkten Liebe dazu.“

Geil.