sand ins getriebe

„Der Wirtschaftsnobelpreisträger James Tobin schlug im Jahre 1972 die Besteuerung von Devisentransaktionen vor mit dem Ziel, ‚Sand ins Getriebe‘ der Finanzmärkte zu streuen.“

… heißt es auf dem okto.tv-blog von eing’SCHENKt.

die frage, die sich stellt: wozu? lohnt es sich, die knappen ressourcen dafür einzusetzen, unangenehme geräusche im getriebe der finanzmärkte zu erzeugen? in der sendung wird der ökonomische sinn dieser steuer hinterfragt. gehe ich aber davon aus, dass die politik rahmenbedingungen, unter denen wirtschaft stattfinden kann, zu gestalten hat, dann fehlt mir die frage nach dem politischen sinn oder unsinn einer steuer.

Systemcrash

Systemcrash

steuern haben die blöde eigenschaft, dass sie stets auf die endverbraucherinnen übergewälzt werden. werden vermögenssteuern erhöht, zahlen die zeche diejenigen, die auf den konsum der erzeugnisse der produzentinnen angewiesen sinn. umgekehrt aber führen steuersenkungen im wesentlichen nur dazu, dass kapitalvermögen weiter akkumuliert werden. und im unwesentlichen dazu, dass realeinkommen aus erwerbsarbeit wieder auf ein niveau früherer jahre gebracht werden.

als kleinste ökonomische einheit kann ich folgende beobachtung machen: den größten anteil meiner steuerleistung macht die mehrwertsteuer aus. relativ zahle ich für 1 liter milch mehr steuern, als ein spitzenverdiener. inflation schränkt meine kaufkraft weiter ein. inflation könnte auch als steuer für arme bezeichnet werden.

geht es der wirtschaft gut, geht es mir nicht automatisch gut; geht es aber der wirtschaft schlecht, geht es mir mit sicherheit schlecht(er). wird dieser (nicht-)automatismus nicht durchbrochen, ändert sich an meiner und vieler anderer lebensrealität gar nichts.

der politik fehlt es dazu aber an vielem, vor allem an unabhängigkeit. und die kritische wissenschaft beschränkt sich auf systemreparatur – sand ins getriebe halt.