Musik und Spiele

Mehr als 5.000 zusätzliche Arbeitsplätze erhofft sich Österreich durch die euro 2008, mehr als den Titelgewinn.

Österreich ist Kulturland und Fussball zählt dank dem AS Roma zur Unkultur.


Fussball interessiert mich nicht. Ich bin kein Fussball-Auskenner. Deshalb finde ich den kulturellen Aspekt bei der morgigen EM 2008 Endrunden-Auslosung spannender, mehr noch als den ökonomischen Aspekt einer 250 Milliarden-Dollar-Industrie. Für Österreich treten beispielsweise die Wiener Sängerknaben an. Die Wiener Sängerknaben leben in einem Heim, das in einem parkähnlichen Garten liegt und rundherum eher desolate Zinshäuser und abgewirtschaftete Häferlmanufakturen. Legen die Sängerknaben ihre Stimmbänder zur Ruhe und ertüchtigen stattdessen im Freien ihren Körper, hängen sich boshafte Nachbarskinder aus den umliegenden desolaten Zinshäusern an den hohen Zaun und schreien ohne erhörbares Talent: „Singen, singen!“
Der für mich prominenteste Sängerknabe war Norbert Steger. Als er für die FPÖ Vizekanzler und Handelsminister wurde, trat er auch für die Rodung der Hainburger Donauauen ein, um dort anstatt unnützen Gestrüpps ein CO2-neutrales H2O-Kraftwerk hinzustellen. Unter Wiener Knaben kursierte deshalb der Kinderreim: „Lasst die Bäume steh’n, sägt Steger ab!“. Das erledigten kurze Zeit später seine rechten FPÖ-Freunde. Seither verdingt sich der eher glücklose Connaisseur schäumender Produkte als Wirtschaftsanwalt.