Der Bahnhof mit Herz

wien hauptbahnhof

wien darf nicht stuttgart werden

Eine Kältewelle überrollt Europa. Eine Gefahr für das Leben und die Gesundheit von tausenden Menschen ohne Unterkunft. Doch die österreichische Staatsbahn beweist Herz.

Die Bahnhofoffensive Neu

Die Krise fordert Opfer. Das Sparprogramm ist auf Schiene, verkündet heute die Bundesregierung, und die Verhandlungen sind im Endspurt. Eine Drohung für alle, die soeben ihre Guthaben bei Banken, Versicherungen und anderen Finanzdienstleister_innen aufgelöst und in reale Werte wie Eigentumswohnungen, Grundstücke, Häuser oder Offshore gebunkert haben? Das – zeigt die Erfahrung – leider nicht.

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Weihnachts(t)räume in Wien

Die rot-grüne Stadtregierung packt im Weihnachtstrubel das Gewissen und fordert zu einem solidarischen Zusammenleben auf.

Voll bepackt am heutigen Einkaufsfeiertag aus der Mariahilferstraße, über den grau-braunen Haufen gestolpert, den prekarisierte Schneeräumer_innen nächtens mit ihren Schaufeln hier zusammengeschoben haben. Und darüber: Die Stadt Wien bittet Sie für BettlerInnen und StraßenmusikantInnen immer ein paar Münzen bereitzuhalten. Wie bitte, ein zweites Mal drübergelesen: Die Stadt Wien bittet Sie für BettlerInnen und StraßenmusikantInnen immer ein paar Münzen bereitzuhalten. Sie tragen damit zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz von Betteln und Musizieren bei und leisten somit einen wertvollen Beitrag zu einem solidarischen Zusammenleben. Die Stadt Wien. Wien gehört allen.

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Besser zitieren mit Gramsci

Wien zitiert Gramsci. uebersmeer.at auch.

zeit für ein zitat“Eine Krise besteht darin, dass das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann.”

“Wenn man genau hinsieht, muß man zu der Schlußfolgerung gelangen, daß es das Ideal eines jeden Elements der führenden Klasse ist, die Bedingungen zu schaffen, unter denen seine Erben leben können, ohne zu arbeiten, von Rendite: wie kann eine Gesellschaft gesund sein, wenn gearbeitet wird, um in der Lage zu sein, nicht mehr zu arbeiten? Da dieses Ideal unmöglich und ungesund ist, bedeutet es, daß der gesamte Organismus verdorben und krank ist. Eine Gesellschaft, die erklärt, sie arbeite, um Parasiten zu schaffen, um von der sogenannten vergangenen Arbeit zu leben (die eine Metapher zur Bezeichnung der gegenwärtigen Arbeit der anderen ist), zerstört sich in Wirklichkeit selbst.

Quelle: Antonio Gramsci, Gefängnishefte, Band 6, § (53), Punkte zum Nachdenken über die Ökonomie, Argument-Verlag.

Westbahnhof

Zum Thema "Umbau Westbahnhof" findet am Dienstag, dem 11. März 2008, um 19.30 Uhr, in Wien 15, Stadthalle, Halle E, Zugang Vogelweidplatz 14 oder Freitreppe vom Märzpark, eine offizielle BürgerInnenversammlung statt.

Die Idee zu der BürgerInnenversammlung stammt von den Grünen.
"In der Veranstaltung wird die Bezirksbevölkerung über die geplanten Umbaumaßnahmen der ÖBB am Gelände des Wiener Westbahnhofes informiert. Mitarbeiter der ÖBB sowie der Stadt Wien und die planenden Architekten werden die Umbauarbeiten vorstellen und die durch den Baubetrieb verursachten Einschränkungen erörtern", wie es in der Amtlichen Mitteilung der Stadt Wien heißt.

Die ÖBB werden Schautafeln präsentieren und Folder verteilen. Und alle werden sich anschließend den Fragen des p.t. Publikums stellen.

"Unser Interesse ist es, die Menschen zu informieren, eine Ombudsstelle zu fordern und den Umbau genau zu beobachten", meinen die Grünen in einer Aussendung vom 6. März (11 Uhr 00). Ebenfalls am 6. März senden aus ÖVP (12 Uhr 36)  und FPÖ (11 Uhr 15)  und fordern mehr Parkplätze oder ein Investitionsprogramm für das Gründerzeitviertel. Am 6. März um (15 Uhr 25) antwortet der Rathausklub der SPÖ und sagt, dass eh schon alles beschlossen ist.

Zu den durch den "Baubetrieb verursachten Einschränkungen", etwa beim Atmen oder beim Hören, wird bestimmt mehr bei der BürgerInnenversammlung "erörtert" werden.

Wer selbst lärmen möchte, kann der Aufforderung der Grünen nachkommen. "Betroffene können sich einstweilen an uns wenden": westbahnhof@gruene.at oder per Telefon: 0699 10 88 13 35.

Punk House

Endlich bekommt der 15. sein Punk Haus.

Das Grätzel zwischen Westbahn und Gablenzgasse zeichnet sich bereits seit Jahren durch seine Vielfalt unterschiedlicher Bewohnerinnen und Bewohner aus. Günstige Mieten, attraktive Plätze mit städtischem und dörflichem Flair machen diese Gegend zu einer attraktiven Arbeits- und Wohngegend.
Hatten ausländerfeindliche Parteien im letzten Jahrzehnt noch überaus starken Zulauf, hat sich dies zuletzt ins Gegenteil verkehrt. Die wollen wir hier nicht!
Hier kaufen wir bei unserem türkischen Greißler ein, essen in der kroatischen Konoba und verbringen laue Sommerabende unter Kastanienbäumen auf der Schmelz.
Jetzt kommen die Punks aus der Mariahilferstraße. Das bringt das ‘bezirksjournal’ dazu klassenkämpferische Töne anzuschlagen. Warum kommt das Punk Haus nicht dorthin, wo ‘milliardenschwere Oligarchen’ Immobilien ankaufen?
Ja, warum? Und warum werden wieder mal die Armen gegen die Armen von der hohen Politik und den Medien ausgespielt!
Ja, warum werden wir zum Spielball gemacht, instrumentalisiert? Warum sollen wir gegen Menschen sein, denen es um nichts besser geht? Die niemandem was tun und vor denen sich nur die Glatzen fürchten müssen?
Und geht’s wirklich blöd her, dann haben wir wenigstens den Trost, dass der 15. von Immobilien-SpekulantInnen verschont bleibt. Und die Mieten niedrig.