Chemin Walter Benjamin, der F-Weg

ruta walter benjamin

"Der Klassenkampf, der einem Historiker, der an Marx geschult ist, immer vor Augen steht, ist ein Kampf um die rohen und materiellen Dinge, ohne die es keine feinen und spirituellen gibt."

“Olivenbäume sollten unsere Grenzen sein”, schrieb 1976 Dani Karavan, Planer des Passagen-Denkmals in Portbou. Und gerne wollte man hinzufügen: Unsere Möglichkeiten sollten unsere Grenzen sein.

Die Grenze zwischen Spanien und Frankreich wird nicht mit Olivenbäumen in die Landschaft geschrieben. Dafür ist das Klima zu unwirtlich. Oben am Coll de Rumpissa, auf etwa 500 Metern über Meer, fühlt man sich mehr in alpine Höhenlagen unterhalb der Baumgrenze versetzt. Der Wind wälzt sich in mitunter heftigen Böen von den schneeweißen Gipfeln der Pyrenäeen weit übers Meer, die Wege sind hier oben felsig und hinter jeder mehr als nur schmächtigen Korkeiche lauert ein wilder Stier.
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Eine kleine Geschichte über Banyuls-sur-mer

Banyuls-sur-mer

Blick auf Banyuls-sur-mer

Es war einmal ein Flüchtling. Er behauptete, in seinem Land verfolgt zu werden, und sogar um sein Leben müsste er fürchten. In der Dorfgemeinschaft lebte er mit, ohne von ihr aufgesogen zu werden oder seine Identität zu verlieren. Mit seiner Lebensgefährtin engagierte er sich für Menschen mit ähnlichen Schicksalen. Für Leute, die aus verschiedenen niederträchtigen Motiven von der Obrigkeit verfolgt, ins Gefängnis geworfen oder von Ermordung bedroht waren. Continue reading

Lost Railway in Venedig

Ich fahre leidenschaftlich gerne Bahn.


Ganz leicht nur neigt er sich in die Kurve. Ein Übersteuern? Vielleicht Einbildung. Mein linker Arm wird an die Lehne gepresst, wir machen Geschwindigkeit mit einzigartiger Leichtigkeit. Der Motor läuft kraftvoll und kultiviert, das Fahrwerk eine perfekte Harmonie von Vergnügen und Komfort. Seine Fahrt kennt kein Ende und kein Ziel. Adagio, andante, andantino, presto bitte! Jetzt braucht es Kraftwerk. Autobahn und Scheffenbichler. Vierter Gang, fünfter Gang, er hat leichtes Spiel. Im aufgeräumten Cockpit, mit keiner Spur von billigem Plastik, schweifen meine Augen. Wo ist das Audiogerät? Keine Tasten, Regler, Knöpfe auf der edelholzfurnierten Armatur. Gibt es in diesem Zug kein Autoradio?

Gebt mir ein Flötensolo. Dreißig augenblickliche Minuten. Querflöte. Hörst du mich, Gilles Peterson? Locomotive Breath. Ich brauche Luft, um zu fliegen. Schmerz
und Ratlosigkeit steigen bis zur Verwirrung. Schickt meine Koffer nach Como oder sonst wohin. Venedig liegt vor mir. Was schert es mich, diesen Palast durch den Hintereingang zu betreten. Ich zahle für Santa Lucia und nicht für Villach Hauptbahnhof!

Ich will Meer!

Wird dieser Bahnhof bald menschenleer sein?

Dieser Tage wurden weitreichende Streichungen im Fahrplan der Österreichischen Bundesbahnen bekannt. Auch die direkte Verbindung Wien – Venedig, die kürzeste Verbindung zum Meer, fällt den Sparplänen der österreichischen Bundesbahn zum Opfer. Bei Bedarf wird die Strecke künftig mit einem Bus bedient.

Eiskaltes Wasser.

Seekarte im Kopf

niemand kann sagen, dass zielungerichtetes reisen zweckmässig sei.

forscher, wie zum beispiel das exzellenz-institut der atzeken, versuchten aus ihrer aktuellen position und dem gegenwärtigen stand und dem zukünftigen verlauf der gestirne, gesetzmässigkeiten zu entdecken. oder wenigstens ein mass für die zeit oder den wert von banknoten. um weiter blicken zu können, mussten sie aussichtsplattformen bauen. das volk der azteken lebte nämlich im wald. das erklärt auch schon, warum ihre zeit nicht von langer dauer war. vereinzelt sieht man sie heute noch tanzend und flötenspielend vor den volkskundlichen museen reicher metropolen. ihre reise übers meer gelang also sehr spät und auf grund des weiten horizonts verdienter europäischer wissenschafter des mittelalters.
diese fanden folgendes heraus: das werkzeug allein genügt nicht. auch nicht die hoffnung darauf, den weltenlauf erklären zu können. es bedarf der idealen karte im kopf, nach der die welt konstruiert werden kann.

die seekarte im kopf

ihr wissen geriet alsbald in verruf und fiel gerne der kollektiven vergessenheit anheim, weshalb der europäer nicht mehr auf entdeckungsreisen geht, nicht mehr primitive stämme auf den bundeskanzler im besonderen und die freie wahl im allgemeinen schwören lässt und nicht mehr kistenweise gold nach hause schippert, um die tresore der europäischen nationalbank mit sitz in frankfurt zu befüllen.
die chicago boys entdeckten dieses geheimnis nach dem 2. weltkrieg in der stiftsbibliothek von admont. ein von den nazis konvertierter germanist, der in den steirischen alpen runen verköhlerte, die der befeuerung der hochöfen in den nahen hermann göring-werken dienten, machte den amis dieses geständnis, weil er sich davon vorteile für seine weitere berufliche zukunft als barbecue-brater im villenviertel santa monicas erhoffte. der GI war allerdings ein leidlich englisch sprechender italiener und als bibliotheksstandort nannte er das radfahrerstädtchen melk. wie die chicago boys trotzdem an das geheimnis herankamen, und mit der kopfseekarte friedrich von hayeks nachhaltig die weltwirtschaft verbesserten, bleibt ein rätsel der modernen marxistischen wissenschaftsforschung.

Die Reise übers Meer

Die Geschichte ist die. Ich plane eine Reise übers Meer.

Schon seit längerem trage ich mich mit dem Gedanken, ohne es genau zu wissen. Damit befinde ich mich wahrscheinlich in guter Gesellschaft. Das sagt man so. Meistens eher gedankenlos. Bis heute wusste ich nicht welcher Gedanke es ist, der mich, wie gesagt seit längerem, lähmt. Das Wort „lähmt“ passt sehr gut, weil es doch vom Lamm kommt. Das Lamm ist ein gutes Tier für den Menschen, weil es fast die Erfüllung der „eierlegenden Wollmilchsau“ ist. Das Lamm ist zwar keine Sau, und wenn doch, wäre es, betrachtet man die Angelegenheit agrarzoologisch, ein Ferkel, aber das Lamm kommt dieser, Definition, die man eher dann verwendet, wenn man ausdrücken möchte, dass etwas ziemlich unmöglich, die Anforderung gänzlich unmöglich, der Wunsch völlig überzogen ist, schon sehr nahe. Gut, Eier legt das Lamm keine, aber alles andere erfüllt es und Lärm macht es fast den gleichen. Und Bettdecken aus Lamm sind für Rheumatiker zum Bsp. viel besser als solche mit Feder.

Aber ich verliere mich. Wie schon mit meinem Gedanken, der von mir seit geraumer Zeit Besitz ergriffen hat. Er hat mich nicht geraubt, noch immer gehöre ich mir. Aber er hat Besitz ergriffen, macht sich breit oder hoch oder beides. Manchmal macht er sich auch lang. Und dann geht er auseinander wie Germteig. Nur dass man beim Germteig weiss was er ist. Immer vorausgesetzt, dass man weiss was Germ ist. Und was teig. Weil bei meinem Gedanken weiss ich das nicht. Schon gar nicht andere, was ja klar ist, weil Gedanken lesen geht nicht (nicht nur, weil sie nicht geschrieben sind). Wie gesagt, der Germteig gibt sich zu erkennen. Einmal hingestellt, bewegt er sich in alle Richtungen sagt ich bin dein Mehl, dein Wasser, dein Salz und deine Germ. Mein Gedanke sagt nichts, oder präziser: lange sagt er nichts. Er gab sich nicht zu erkennen, vielleicht auch wusste er es selbst nicht. Vielleicht mühte er sich und lange vielleicht vergeblich. Wer bin ich, wem gehöre ich, wozu braucht es mich, besser wäre, ich bin flexibel und dynamisch. Ein wenig Mobilität fehlt noch. Aber die würde voraussetzen, dass man um seinen Standort weiss. Zum Beispiel bei mir: Ich plane eine Reise übers Meer. Ich weiss das eigentlich er seit heute. Aber ich zum Beispiel bin Binnenländer. Rings um das Binnenland sind andere Binnenländer, aber auch Länder, die keine sind. Diese Länder nennt man dann Küstenstaaten. Die Sache ist die: Binnenländer haben keine Küste und ohne Küste kein Meer und weil kein Meer, auch keine Reise übers Meer. Daher auch keine Mobilität.

Meistens sind die Dinge einfach. Wenigstens in meinem Leben. Heute beispielsweise wurde mir klar, dass ein Gedanke in mir sitzt, der mich dazu bringt eine Reise zu planen. Das geht dann sehr einfach von der Hand. Weil worauf soll ich warten? Dass der Gedanke in mir reift? Solche Gedanken verwerfe ich in sehr vielen Fällen sofort, was ebenfalls sehr einfach von der Hand geht. Gedanken sind letztlich, und auch nicht zuerst, Obst. Gedanken wachsen nicht auf Bäumen. Obst ist mehr wie Germteig. Obst verstellt sich nicht, hat keine Fähigkeit zu tarnen und wenn Obst von Bäumen Besitz ergreift, dann nur in der warmen Jahreszeit. Das weiss ich zwar nicht, aber ich nehme es einmal an. Auch Annahmen erledigen sich sehr einfach. Man kann zum Beispiel annehmen, dass das Meer überall gleich ist. Überall naß, salzig, von blauer Farbe und in jedem Meer schwimmt ein Wal. Das stimmt tatsächlich aber nicht für alle Meere. Darüber hinaus könnte man annehmen, dass daher auch ein Meer ist, das gleicher als die anderen Meere ist. Das stimmt tatsächlich aber auch nicht. Weder sind Meere überall gleich, noch gilt eines als erhabener, steht über den anderen Meeren. Die Meereshierarchie ist eine flache. Und das gilt für überall. Keine doppelstöckigen Meere. Bei Seen ist das anders. Mir persönlich ist zum Beispiel ein Untersee, ein Mittersee und ein Obersee bekannt. Persönlich kenne ich aber kein Obermeer. Aber wie gesagt bin ich Binnenländer und bewege mich in meiner Annahme auf sehr gefährlichem Terrain, wie man oft so dahinsagt, weil in diesem Zusammenhang von Terrain zu sprechen zwar sehr einfach geht, aber, und das muss ich nun explizit festhalten, um keine Irrtümer, Nachahmungstäter oder Trittbrettfahrer aufkommen zu lassen, schon mehr dümmlich zu nennen ist.

Obwohl: Das Terrain der Trittbrettfahrer ist eher nicht das Meer. Die flache Hierarchie der Meere lässt keine Trittbrettfahrer zu. Die meisten Meere dulden Seefahrer. Wenn sich diese schlecht benehmen holt es sie ganz einfach. Die Knigge der Meere ist mir nicht zugänglich. Fast niemand behauptet, dass die Seefahrer der Titanic beispielsweise sich schlecht benommen hätten, bevor das Meer sie holte. Aber dieses Schiff wurde in Liverpool vom Stapel gelassen und dort findet man gänzlich andere Sitten und Gebräuche. In Liverpool wird, ganz anders als in Binnenländern üblich, kein Wasserfussball gespielt. Das ist erstaunlich, da a) die natürliche Umgebung dies nicht nur nicht zulassen sondern b) eigentlich einfordern würde. Stattdessen erklärt Liverpool es zur Sitte zwei Fußballklubs zu pflegen, die sich nur in der Farbe ihrer Vereinskleidung unterscheiden und erklärt es zum Brauch, immer Meister der Liga zu werden. Was aber nicht stimmt und lügen ist sicher kein gutes Benehmen. In Binnenländern übt man sich lieber in Erdarbeiten. Das ist in Binnenländern eine natürliche Stärke, die auch gepflegt wird. Der Binnenländer ist mehr Farmer als Seefahrer und die flache Hierarchie der Meer überträgt sich auch auf die Berufe. Seefahrer dulden niemanden über sich, gibt einer vor ihr Chef zu sein, meutern sie. Farmer wachsen über Erdschichten auf. Im Laufe vieler Jahrhunderte lagerte sich eine Schicht besser als die andere ab. In ihnen vollzieht der Farmer seine Erdarbeiten. Dem Indianer zum Beispiel ist die Erde heilig. Er nennt sie Mutter und behauptet, dass der Farmer Mutter Erde verletzt. Indianer sitzen deshalb lieber auf Pferden und schmücken sich mit Federn, weil die von luftigen Tieren stammen. Sich mit Federn zu bedecken ist bei Rheumatikern zum Beispiel keine so gute Idee, als Schmuck sind sie aber kein Problem. Der Indianer ist also intelligent. Bei Farmern ist Rheuma aber häufig und führt weitverbreitet oft zu einer Berufsunfähigkeit.

Der Farmer ist der Erde sehr verbunden. Gerne sagt er: „Wie man sich bettet, so liegt man“ und lässt sich umhüllt von Bäumen begraben, die auch auf der Erde wachsen. Gerne nimmt er dazu Eichen. Würde der Seefahrer auf hoher See Bretter für seine letzte Fahrt, der Gang des Seemanns ist kein so gut ausgeprägter, verwenden, würde das zum Beispiel beim Ausbruch von Pest, sehr schnell dazu führen, das die Gischt immer öfter und zunehmend stärker über die Reling spritzte. Denkbar wäre eine solche Vorgangsweise nur bei ruhigem Seegang, der aber, und das ist bei allen Meeren gleich, kein so gut ausgeprägter ist. Aber das weiss ich nur aus Filmen. Der Seefahrer verhält sich, weil er intelligent ist, anders. Der Farmer nicht. Im Wissen, dass er über und auf den Schichten steht und aus ihnen seinen Reichtum schürft, bezahlt er Sargtischler, die ihm die Bäume zurecht zimmern. Weil die Eichen auch nur aus dem bestehen, worauf sie einmal gestanden sind, stauben sie getrocknet ganz fürchterlich. So führt der Tod des Farmers zur Berufsunfähigkeit des Tischlers. Dem Tischler geht sein Handwerk meist leicht von der Hand. Auch wenn diese während seiner meist länger währenden schöpferischen Schaffenszeit nicht immer vollfingrig bleibt. Der Tischler ist meist ein sturer Mensch. Schiffe beispielsweise baut er wie Farmersärge. Wird der Tischler wegen seiner Berufsunfähigkeit vom Arbeitsamt umgeschult, bezieht sich der Beamte meist auf die den Tischlern eigene schöpferische Ader und wird Schriftsteller. Seine Bücher haben immer den gleichen Titel Totenschiff und beinhalten Baupläne von Schiffen, die in ihrer Konstruktion denen ähneln, die die Perser in ihrem Kampf gegen die Griechen verwandten.

Der Tischler ist im Iran keine hoch angesehene Persönlichkeit. Da hilft ihm auch der Hinweis nicht, dass Holz eine nicht immer statische Ansammlung von Molekülen ist, die wiederum aus kleinen Atomen bestehen. Die haben noch kleinere Unter-Einheiten. Man muss sich das wie eine russische Puppe vorstellen. Das geht beim Meer nicht. Zum Beispiel ist das Kaspische Meer nicht im Schwarzen Meer. Der Iraner ist, obwohl kein Binnenländer, kein berühmter Seefahrer. Der Iraner ist aber auch nicht den hochentwickelten Farmern zuzuordnen. Obwohl, andere Gebräuche und Sitten hat auch er. Der Grat der Achse des Iraners ist ein schmaler. Das Meer des Iraners ist manchmal auch nur ein See und verliert dadurch seine Eindimensionalität. Auf der anderen Seite ist die Erde des Iraners mehr Staub, der aber nur ausnahmsweise bei Tischlern zur Berufsunfähigkeit führt, und entwickelte im Lauf der Jahrhunderte eine gewisse Abscheu, sich schichten zu lassen. Gerne wirbelt ein Staubkorn zum nächsten, heute obenauf, morgen mitten drin. Die Erdschichten des Iraners haben also eine dynamisch generierte flache Hierarchie. So betrachtet befindet sich der Iraner in Opposition zu den natürlichen Gewalten. Die österreichische Tunnelbauweise hätte der Iraner mit Sicherheit nicht entdeckt. Die Bäume des Iraners sind die Dattel-Palmen. Der Farmer im Iran züchtet auf diesen Bäumen ganzjährig Gedanken und Obst. Da aber die Dattel-Palme kein Dattelbaum ist, müssen wir die Ernte des dortigen Farmers Früchte nennen. Aus der inneren Substanz der Palme lässt sich keine Hülle für den letzten Gang des Farmers herstellen, woraus sich der schlechte Ruf des Tischlers in diesem fernen, eher untypischen, Küstenstaat ergibt. Andererseits ergibt sich daraus auch, dass der Palmen-Farmer in den klassischen Binnenländern mit traditionell stark entwickelter Begräbniskultur auch nur bedingt hohes Ansehen geniesst.

Dieses Schicksal teilt er mit dem Seemann, der meist entstellt von riesigen Pestbeulen am ganzen Körper, über die Reling rutscht. Gemessen an den der absoluten Größe eines Seefahrers sind Pestbeulen schon sehr groß. Allerdings vom Weltall besehen, sind sie so winzig wie eine Topfenkolatsche, von mehr Menschen als Quarktäschchen gekannt, mit einer Fülle leicht zittriger Konsistenz. Dass wir das wissen und beobachten dürfen, verdanken wir modernster Cutting-Edge-Technologie des Optikermeister Podakowsky aus Wien 16. Die Familie Podakowsky stammt ursprünglich nicht aus Wien 16, sondern entstammt einem alten ostgotischen Seefahrergeschlecht aus Gdansk, deren Zweige, bis auf den in Wien 16, alle, fürchterlich entstellt, zu Fürsprachen, live in Radio Maria übertragen, über die Reling rutschten. Seitdem wissen alle, die es wissen wollen, dass die Pestbeule die fürchterlichste unter den Waffen des Mossad ist. Um das verstehen zu können, bedarf es folgender essenzieller Hintergrundinformation. Über Generationen hinweg erledigte der sefardische Clan der Mossads die Jagdgeschäfte der Seemarschalle von Podakowsky. Es galt zu der Zeit im Raume von Gdansk als nicht ehrenmännisch mit überlegener Technologie gegen Mauswiesel, Großohrfledermaus oder Wisent ins Felde zu ziehen. Wurde vom Clan der Mossads einem Wisent aus 900 Metern Distanz der Schädel weggeblasen, waren die hiesigen Farmer ziemlich erzürnt, da sie nichts mehr hatten, was sie vor ihren Ochsenkarren hätten spannen können. Nicht selten passierte es, dass mit dem 50 mm-Geschoß auch der Dachfirst der strohgedeckten Wirtschaftsgebäude mitextrahiert wurde. Es passierte etwas Seltsames: Die Kegel der Farmer wurden sobald ihr Alter es zuließ vom Freßnapf entfernt und der Arbeit zugeführt – möglichst weit entfernt vom Anwesen, damit, wenn ihre Gesichtszüge entwickelter und ihr Habitus erwachsener wurde, keine Ähnlichkeit mit den männlichen säkularen und nichtsäkularen Dorfhonoratiatoren festgestellt werden konnte. Sie wurden zur antikommunistischen Solidarnosc verfrachtet und stichen in die See (Seefahrer die im Seearbeiter-Sowjet organisiert waren, stichen freilich ins Ostmeer). Keine zwei Wochen dauerte es im Durchschnitt, wobei Abweichungen von zehn Jahren feststellbar waren und in Korrelation zum IQ standen, bis sie die flache Meereshierarchie zu ihrer eigenen machten und als Freibeuter normannische Rentier-U-Boote zuerst entlüfteten und anschließend enterten. Nicht zuletzt auf Grund der technischen Vorarbeiten von Karl Marx und den herausragenden Kürzungen der Tonleiter durch Sibelius ist bis heute das Ostmeer eines der Meere mit der flachsten Hierarchie; auch nicht die Unbenennung des Klassenfeinds auf Ostsee konnte daran etwas ändern. (Anm.: Leider waren die Gewässer nicht seicht genug, um den Seefahrern der MS Estonia das Stehen zu ermöglichen, bis Rettung eintreffen konnte.) Jedenfalls passierte etwas Seltsames: Die braven Farmer, die niemanden über sich dulden, außer sich selbst, erinnerten sich, dass sie ihre Kegel in Nußschalen und lediglich mit Farmer-Know-How ausgestattet in pechschwarzer Nacht, die schäumenden Wogen aufgepeitscht, hinaus ins Nirgendwo, gut möglich, in den Tod, schickten, dort aber in Rekordtempo zum Furcht und Schrecken der normannischen Rentier-U-Boot-Mannschaften wurden, getreu ihrem selbstverpassten Motto: Flachheit für die Weltmeerheit!

Der klügste der Farmer unter ihnen, namens Joszep Bovski, fasste den waghalsigen Plan, mit den gewaltbereiten Radaubrüdern vom Meer ein Zweckbündnis einzugehen. Die Seefahrer von der Flachheit für die Weltmeerheit sollen die stolzen Podakowskys dorthin vertreiben, wo der Pfeffer wächst (Anm.: Ich habe vor zehn Jahren im Laden des Optikermeisters Podakowsky eine Handlupe gekauft und halte die leichtfertige Annahme, dass dort Pfeffer wachsen soll, für ziemlichen Quatsch), dafür würden ihre Galeeren bis in die fernste Zukunft von den stärksten Wisent-Ochsen des Bialowieza-Waldes bis zur Marina gezogen. Der Deal wurde beschlossen, der Plan gelang. Der Zweig der Podakowskys, der sich am Landweg über Tschenstochau und Maria Taferl mit Fürbitten gegen die spanischen Gardisten retteten, wohnt seitdem in Wien16 und verkauft Ottakringern mit Schaasaugen Sehbehelfe und Bier. Der Clan der Mossads aber floh über Mantua, Madeira, St. Helena nach Kuba und betreut ausgewanderte Tischler aus Middle East auf einer sozial-ökonomischen Pfeffer-Plantage.