Coops für die Zukunft

Ein Bus von Irizar in Irland

Bus Eireann von Irizar in Irland

Dieses Jahr haben die Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt. Damit soll auf die weltweite Bedeutung dieser nicht profitorientierten Unternehmensform hingewiesen werden.

UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon begründet diese Entscheidung mit der Verbindung von Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung, die die Genossenschaften der internationalen Gemeinschaft vorleben.

Das Genossenschaftswesen in der Welt

Europaweit sind über 150.000 Genossenschaften mit mehr als 120 Millionen Genossenschafter_innen registriert. Während weltweit rund 300 Millionen Personen Aktien besitzen, ist die Zahl der Genossenschafter_innen dreimal so hoch: 1 Milliarde Menschen sind genossenschaftlich organisiert. Besonders stark sind Genossenschaften in Asien verankert. Und so verwundert es nicht, dass das Internationale Jahr 2012 einer Initiative der Mongolei zu verdanken ist. Continue reading

Im baskischen Trinkklub

Wäre Isaías Carrasco nicht einige Tage vor der heutigen Wahl in Spanien ermordet worden, hätte dann die Welt davon mehr als eine kurze Notiz genommen?

Isaías Carrasco war Kommunalpolitiker der (spanisch-)sozialistischen PSOE in Mondragón im spanischen Teil des Baskenlandes, baskisch Arrasate.
Die Bürgermeisterin von Mondragón gehört der ANV an, die ebenso wie die PCTV dem politischen Arm der ETA zugerechnet wird und deshalb an den Wahlen nicht mehr teilnehmen darf. (Kölner Stadt-Anzeiger) Continue reading

Hände weg!

Die europäischen Genossenschaften wehren sich mit einer Online-Petition gegen verantwortungslose Gleichmacherei.

Hände weg von unseren Genossenschaften! – Sie sind Bestandteil eines fairen Wettbewerbs.
an den Präsidenten der Europäischen Kommission – José Manuel Barroso – und an die
Wettbewerbskommissarin – Neelie Kroes

Wir, die Unterzeichner, meinen, dass:
Die derzeitigen Rechtsdebatten in der Europäischen Kommission ein Versuch sind, die nationalen Genossenschaftsrechte und Steuervorschriften in Frage zu stellen. Sie sind ein Versuch unserer „Konkurrenten“, die Wahlmöglichkeiten der Nutzer einzuschränken, den Marktanteil der Genossenschaften zu reduzieren und ihre ethischen Werte in Frage zu stellen. Continue reading

Frau Kommissarin Kroes

In dem ruralen Zeit-Raum-Gefüge, in dem ich aufwuchs, bekam ich für ein
Ferialpraktikum € 200 im Monat bezahlt. Das war damals schon mies.

Deshalb bewarb ich mich bei einem staatlichen, inzwischen privatisierten Betrieb und verdiente in der gleichen Zeit das Sechsfache! Der Staat als Arbeitgeber war attraktiv für viele und übte einen enormen Druck auf die privaten Arbeitgeber der Region aus. Die neoliberale Schlammlawine hat mit diesen Missständen bekanntlich aufgeräumt.

Wieder einmal liegen der Europäischen Kommission Beschwerden wegen behaupteter Bevorzugung von genossenschaftlich organisierten Betrieben gegenüber anderen Kapitalgesellschaften vor. Die nationale Gesetzgebung Spaniens, Italiens und Frankreichs verzerre den Wettbewerb und ermögliche unzulässige staatliche Beihilfen. Continue reading

Da lächelt der Baske

Eins, zwei, drei. In Südtirol gibt es mehr als 900 Genossenschaften mit
ca. 150.000 Mitgliedern. In Südtirol ist jedeR Dritte Mitglied einer
Genossenschaft.

Das Genossenschaftswesen in Südtirol besetzt die sozial-ökonomische Nische, die weder von herkömmlichen Unternehmen noch der Öffentlichen Hand in ausreichendem Maße ausgefüllt wird. Die Genossenschaften sind in der Bevölkerung gut verankert, mit anderen Genossenschaften sehr gut vernetzt und stark mit Gebietskörperschaften auf Gemeinde- und Provinzebene verzahnt. Continue reading

Modelle aus der Krise

Die westliche Gesellschaft steckt in einer Krise, an der sich PolitikerInnen in den letzten Jahrzehnten die Zähne ausbeißen. Traditionelle politische Instrumente greifen nicht mehr. Für den deutschen Philosophen und Soziologen Hans Harms heißt der Weg aus der Krise Partizipation. Teil 1.

Arbeit im Vordergrund, nicht Kapital

Westliche Gesellschaften werden einzig über den Mechanismus Arbeit organisiert, der damit gänzlich überfrachtet ist, analysiert Harms. Denn Arbeit ist nicht nur da, um Einkommen zu erzielen, sondern auch, um an gesellschaftliche Sicherungssysteme anzukoppeln, persönliche Identität und gesellschaftliche Rollen zu schaffen. „Wir glauben, unsere Probleme über Arbeit zu lösen. Ich glaube aber, dass Arbeit und Abhängigkeit von Arbeit unser eigentliches Problem ist. Damit geraten wir in enorme Widersprüche”, so Harms. Mit immer weniger Arbeit wird immer mehr produziert und werden immer mehr Menschen von Arbeit ausgegrenzt. Das führt in eine Sackgasse, da im begrenzten Weltwirtschaftssystem kein unbegrenztes Wachstum möglich ist. Harms hält das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens und die dahinterstehende Überlegung, dass jedem und jeder ein Teil des gesamtgesellschaftlich produzierten Reichtums zusteht, für eine realistische Alternative: Ob er/sie arbeitet oder nicht, ob Bankdirektor oder arbeitslos, jedeR hat Anspruch auf dieses Einkommen. Continue reading